Alexander Eberhardt

gepr. Pharmareferent

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10. November 2015, 08:10

Grippeschutzimpfung

Grippeimpfung – ja oder nein? Jedes Jahr im Herbst fragen sich viele Menschen, wie sinnvoll die Grippeschutzimpfung wirklich ist. Aus medizinischer Sicht gilt: Auch wenn die Grippeimpfung keinen 100-prozentigen Schutz vor eine Grippe bietet, überwiegt der Nutzen der Grippeimpfung gegenüber eventuell auftretenden Nebenwirkungen.

Besonders wichtig ist die Grippeimpfung für
•über 60-Jährige,
•Schwangere
•und Menschen mit Grunderkrankungen (z.​B. COPD, Diabetes oder multiple Sklerose).

Denn die Grippeschutzimpfung ist die einzige nachweislich effektive Maßnahme, die einer Grippe vorbeugen kann! Dabei ist es wichtig, dass Sie sich jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen – selbst, wenn sich die Zusammensetzung des Impfstoffs gegenüber der Vorsaison nicht geändert haben sollte.


Vor einer Erkältung kann die Grippeimpfung nicht schützen!
Immer wieder hört man Menschen sagen: "Grippeimpfung? Die brauche ich nicht! Mein Körper wird mit einer Erkältung schon fertig.​" Doch zu Unrecht – denn eine Grippe und eine Erkältung sind nicht dasselbe!

Die Symptome ähneln sich zwar auf den ersten Blick sehr – die Krankheitserreger, die hinter einer Grippe beziehungsweise eine Erkältung stecken, sind aber unterschiedlich. Daher kann es vorkommen, dass Menschen trotz einer Grippeschutzimpfung grippeähnliche Beschwerden haben. Dann liegt aber in der Regel keine echte Grippe vor, sondern „nur“ eine Erkältung.

Die Grippeimpfung schützt nur vor der echten Grippe (Influenza) – nicht jedoch vor einer Erkältung.
Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung sind die Monate Oktober und November. In den Wintermonaten hat sich dann der volle Impfschutz aufgebaut und man ist für die bevorstehende Grippesaison gut gewappnet.

Zwar bietet die Grippeimpfung keinen 100-prozentigen Schutz – in der Regel verläuft eine Grippe bei geimpften Menschen aber wesentlicher harmloser als bei nicht geimpften. Mögliche Komplikationen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung (Pneumonie) sind dann selten.


Nicht explizit empfohlen wird die saisonale Grippeschutzimpfung für
•gesunde Kinder,
•Jugendliche
•und Erwachsene unter 60 Jahren.

Der Grund: In diesen Bevölkerungsgruppen verläuft die Grippe normalerweise ohne schwerwiegende Komplikationen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts Gesunden unter 60 Jahren von der Grippeschutzimpfung abrät: Jeder, der sich gegen Grippe impfen lassen möchte, sollte dies mit seinem Arzt besprechen. Eine Grippeimpfung birgt kaum Risiken und ist in der Regel gut verträglich.

Die Grippeimpfung schützt bis zu 90 Prozent der Geimpften vor einer Grippe, wenn diese zuvor gesund waren. Darüber hinaus trägt die Grippeimpfung zum Schutz von Personen im näheren Umfeld bei, die nicht geimpft werden können oder eine Grippeschutzimpfung ablehnen.

Trotzdem ist die Impfbereitschaft in Deutschland nach wie vor niedrig. Die Europäische Union hatte sich vorgenommen, bis zur Grippesaison 2014/​2015 eine Impfquote von 75 Prozent bei älteren Personen zu erreichen – in der Saison 2013/​2014 hatten sich von den über 60-Jährigen aber gerade einmal 49 Prozent gegen Grippe impfen lassen.










Die Grippewelle 2015
In der Grippesaison 2014/​2015 sind wesentlich mehr Menschen an der Grippe erkrankt als noch in den Vorjahren. Der Grund: Der Impfstoff stimmte in dieser Saison nicht so gut mit den zirkulierenden Viren überein – die Grippeimpfung wirkte dadurch etwas schlechter.

Dies ist die Folge einer nicht zu vermeidenden Prognoseunschärfe – denn jedes Jahr ändern sich die Erreger und der Impfstoff muss schon Monate vor der Saison aus verschiedenen Stämmen kombiniert werden. Dadurch wirkt die Grippeschutzimpfung mal gut, mal etwas schlechter.

Für die Grippeimpfung gilt jedoch generell: Ein teilweiser Schutz ist immer noch besser als gar keiner.

Redakteur